Private-Equity-Gebühren kumuliert über die Laufzeit
Die Gebühren eines Private-Equity-Fonds stehen nicht an einer Stelle, sondern an vier: Ausgabeaufschlag, laufende Verwaltung, eine mögliche zweite Ebene bei Dachfonds und die Erfolgsbeteiligung am Ende. Dieser Rechner addiert sie über die Laufzeit und zeigt, was vom Bruttoergebnis bei Ihnen ankommt.
Betrieben von ROCK INVEST. Angaben zur Vermittlung stehen im Impressum. Kein unabhängiges Vergleichsportal.
Was die Kosten abtragen
Zeichnungssumme 200.000 € · Laufzeit 12 Jahre · Bruttovielfaches 2,00×BeispieleingabeDas ist eine Modellrechnung
Das Ergebnis beschreibt, was aus den eingegebenen Zahlen folgt — nicht, was eintreten wird. Es ist keine Anlageberatung, keine Steuerberatung und keine Prognose für einen bestimmten Fonds. Prüfen Sie die folgenden Grenzen, bevor Sie mit dem Ergebnis weiterarbeiten.
- Laufende Kosten sind hier auf die Zeichnungssumme bezogen und über die Laufzeit aufsummiert. Viele Verträge bemessen sie in der Abrufphase auf die Zusage und danach auf das investierte Kapital — prüfen Sie, worauf Ihr Vertrag abstellt, und tragen Sie den Satz entsprechend ein.
- Gerechnet ist die europäische Verteilungsreihenfolge über den gesamten Fonds. Verteilt Ihr Vertrag je Einzelbeteiligung („deal-by-deal“), fließt die Erfolgsbeteiligung früher und im Ergebnis meist höher — diese Variante bildet der Rechner nicht ab.
- Rückforderungsklauseln („Clawback“) sind nicht enthalten. Sie können eine zu früh gezahlte Erfolgsbeteiligung nachträglich korrigieren, wirken aber erst am Laufzeitende und hängen an der Bonität des Verwalters.
- Transaktions- und Monitoringgebühren auf Ebene der Zielunternehmen sind nicht enthalten. Ob und in welchem Umfang sie auf die Verwaltungsvergütung angerechnet werden, steht im Vertrag.
- Die Vorzugsverzinsung läuft hier über die mittlere Kapitalbindung auf das gesamte eingezahlte Kapital — eine Näherung. Verträge verzinsen jede Einzahlung ab ihrem Abruf bis zur Rückzahlung. Liegt das Bruttoergebnis nahe an der Schwelle, ab der eine Erfolgsbeteiligung entsteht, kann das Vertragsergebnis abweichen; tragen Sie für Ihren Fonds eine eigene Bindungsdauer ein.
- Steuern sind nicht enthalten — dafür gibt es einen eigenen Rechner.
Ergebnis im DetailDie Verteilung in vier Stufen
| Stufe | An die Anleger | An den Verwalter |
|---|---|---|
| Rückzahlung des eingezahlten Kapitals Die Anleger erhalten zuerst ihr Kapital zurück: 206.000,00 €. | 206.000 € | 0 € |
| Vorzugsverzinsung an die Anleger 206.000,00 € × ((1 + 8 %)^3,5 − 1) = 63.681,01 €; ausgezahlt 63.681,01 €. | 63.681 € | 0 € |
| Aufholung des Verwalters 20 % × 63.681,01 € ÷ (100 % − 20 %) = 15.920,25 € zu verteilen, davon 100 % an den Verwalter. Danach hält er genau 20 % des bis hierher verteilten Gewinns. | 0 € | 15.920 € |
| Restverteilung 62.798,74 € im Verhältnis 80 % zu 20 %. | 50.239 € | 12.560 € |
| Summe | 319.920 € | 28.480 € |
Rechenweg und vollständige AnnahmenSchritt für Schritt, mit Quelle und Stand je Annahme
Zuerst die laufenden Kosten über die gesamte Laufzeit, dann die Verteilung des Bruttoerlöses in vier Stufen. Die Erfolgsbeteiligung ist keine eigene Eingabe in die Rechnung, sondern das Ergebnis dieser Verteilung — deshalb fällt sie kleiner aus, wenn das Bruttoergebnis die Vorzugsverzinsung nur knapp übersteigt.
Schritt für Schritt
| Schritt | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Ausgabeaufschlag Herkunft: Ihre Angabe | 200.000,00 € × 3 % — einmalig beim Einstieg. | 6.000 € |
| Verwaltungsvergütung Herkunft: Ihre Angabe | 200.000,00 € × 1,75 % × 12 Jahre. | 42.000 € |
| Dachfondsebene Herkunft: Ihre Angabe | Nicht angesetzt. Für die Zweitebene deutscher Publikums-Dachfonds existiert keine veröffentlichte Durchschnittszahl; tragen Sie den Satz aus Ihrer Anbieterunterlage ein, wenn Ihr Vehikel eine zweite Ebene hat. | 0 € |
| Sonstige laufende Kosten Herkunft: Ihre Angabe | Verwahrstelle, Prüfung, Bewertung: 200.000,00 € × 0,4 % × 12 Jahre. | 9.600 € |
| Erfolgsbeteiligung Herkunft: Ihre Angabe | Aus der Verteilungsreihenfolge — 20 % des Gewinns nach laufenden Kosten. | 28.480 € |
| Summe der laufenden Kosten Anlagebedingungen Ihres Fonds | alle Sätze × Zeichnungssumme × 12 Jahre | 51.600 € |
| Rückzahlung des eingezahlten Kapitals Gesellschaftsvertrag — europäische Verteilungsreihenfolge | Die Anleger erhalten zuerst ihr Kapital zurück: 206.000,00 €. | 206.000 € / 0 € |
| Vorzugsverzinsung an die Anleger Gesellschaftsvertrag — europäische Verteilungsreihenfolge | 206.000,00 € × ((1 + 8 %)^3,5 − 1) = 63.681,01 €; ausgezahlt 63.681,01 €. | 63.681 € / 0 € |
| Aufholung des Verwalters Gesellschaftsvertrag — europäische Verteilungsreihenfolge | 20 % × 63.681,01 € ÷ (100 % − 20 %) = 15.920,25 € zu verteilen, davon 100 % an den Verwalter. Danach hält er genau 20 % des bis hierher verteilten Gewinns. | 0 € / 15.920 € |
| Restverteilung Gesellschaftsvertrag — europäische Verteilungsreihenfolge | 62.798,74 € im Verhältnis 80 % zu 20 %. | 50.239 € / 12.560 € |
| Erfolgsbeteiligung des Verwalters Ergebnis des Wasserfalls, nicht separat angesetzt | 20,00 % des Gewinns von 142.400 € nach Durchlauf aller Stufen | 28.480 € |
| Was bei Ihnen ankommt Ergebniszeile | Anlegeranteil aus dem Wasserfall, nach Abzug aller laufenden Kosten | 319.920 € |
| Kostenanteil am Bruttogewinn Verhältnis ohne Zeitbezug — hängt nicht an einer Annahme über den Zahlungsverlauf | Kosten gesamt 86.080 € ÷ Bruttogewinn 200.000 € | 43,0 % |
Jede Zahl und woher sie kommt
Gesetz = Rechtsgröße oder Marktpreis, mit Quelle. Ihre Angabe = Ihr Wert, der jede Voreinstellung schlägt. Annahme = Voreinstellung über die Zukunft, überschreibbar.
| Größe | Wert | Herkunft | Quelle / Stand |
|---|---|---|---|
| Zeichnungssumme | 200.000 € | Herkunft: Ihre Angabe | Ihre Eingabe Stand 2026-09-11 |
| Laufzeit | 12 Jahre | Herkunft: Ihre Angabe | Rechenbeispiel dieser Seite, keine Markterhebung — maßgeblich sind Ihre Anlagebedingungen Stand 2026-09-11 |
| Ausgabeaufschlag Kommt zur Zeichnungssumme hinzu und ist deshalb im Bruttoerlös nicht enthalten. | 3 % | Herkunft: Ihre Angabe | Rechenbeispiel dieser Seite, keine Markterhebung — maßgeblich sind Verkaufsprospekt oder Zeichnungsschein Stand 2026-09-11 |
| Laufende Verwaltungsvergütung p. a. Bezugsgröße und Satz stehen in Ihren Unterlagen und unterscheiden sich zwischen Fonds erheblich. Es gibt keinen Durchschnitt, der Ihren Fall trifft. | 1,75 % | Herkunft: Ihre Angabe | Rechenbeispiel dieser Seite, keine Markterhebung — maßgeblich sind Ihre Anlagebedingungen Stand 2026-09-11 |
| Zweite Kostenebene (Dachfonds) Vorbelegt mit 0 %. Für die Zweitebene gibt es keine belegbare Durchschnittszahl — siehe offene Annahme „dachfonds-zweitebene-kosten“. Wir setzen deshalb nichts an, statt etwas zu erfinden. | 0 % | Herkunft: Ihre Angabe | Anlagebedingungen des Zielfonds Stand 2026-09-11 |
| Sonstige laufende Kosten p. a. | 0,4 % | Herkunft: Ihre Angabe | Rechenbeispiel dieser Seite, keine Markterhebung — maßgeblich sind Ihre Anlagebedingungen (Verwahrstelle, Bewertung, Prüfung) Stand 2026-09-11 |
| Bruttoergebnis vor Kosten Das Vielfache des eingesetzten Kapitals vor allen Kosten. Der Rechner zeigt, was die Kosten davon abtragen, und nicht, welches Vielfache erreichbar ist. | 2 | Herkunft: Annahme | Rechenbeispiel dieser Seite, keine Markterhebung, ausdrücklich keine Erwartung — tragen Sie Ihre eigene Annahme ein Stand 2026-09-11 |
| Vorzugsverzinsung 8 % ist der häufigste Wert unter den Fonds mit Vorzugsverzinsung — rund drei Viertel der Buyout- und zwei Drittel der Venture-Capital-Fonds; praktisch alle liegen zwischen 6 % und 10 %. Maßgeblich ist Ihr Gesellschaftsvertrag. | 8 % | Herkunft: Ihre Angabe | Metrick/Yasuda, „The Economics of Private Equity Funds“, Review of Financial Studies 23 (6), 2010, Tab. 2 (S. 2310) und S. 2310 f. — institutionelle Stichprobe, 238 Buyout- und Venture-Capital-Fonds der Jahrgänge 1993–2006, keine deutschen Publikumsfonds Stand 2026-09-12 |
| Mittlere Kapitalbindung Die Vorzugsverzinsung läuft nur, solange Kapital gebunden ist. Über die volle Laufzeit von zwölf Jahren verzinst, ließe sie in der Voreinstellung erst ab dem 2,85-fachen Bruttoergebnis eine Erfolgsbeteiligung zu — im Kapitalverlauf ist ein Euro aber im Mittel nur rund dreieinhalb Jahre gebunden. | 3,5 Jahre | Herkunft: Annahme | Berechnet aus dem Rechenbeispiel des Kapitalverlaufs dieser Site (Takahashi/Alexander, Journal of Portfolio Management, Winter 2002): 3,45 Jahre je abgerufenem Euro, gerundet auf 3,5 Stand 2026-09-11 |
| Aufholquote Die Mehrheit der Fonds mit Vorzugsverzinsung hat eine Aufholquote von 100 %, die meisten übrigen 80 %. 100 % bedeutet: der Verwalter holt die Vorzugsverzinsung vollständig auf und erreicht am Ende genau seine Erfolgsquote am Gesamtgewinn. | 100 % | Herkunft: Ihre Angabe | Metrick/Yasuda, „The Economics of Private Equity Funds“, Review of Financial Studies 23 (6), 2010, Tab. 2 (S. 2310) und S. 2310 f. — institutionelle Stichprobe, 238 Buyout- und Venture-Capital-Fonds der Jahrgänge 1993–2006, keine deutschen Publikumsfonds Stand 2026-09-12 |
| Erfolgsbeteiligung 20 % bei allen 144 Buyout- und 89 von 94 Venture-Capital-Fonds der Stichprobe. Maßgeblich ist Ihr Gesellschaftsvertrag. | 20 % | Herkunft: Ihre Angabe | Metrick/Yasuda, „The Economics of Private Equity Funds“, Review of Financial Studies 23 (6), 2010, Tab. 2 (S. 2310) und S. 2310 f. — institutionelle Stichprobe, 238 Buyout- und Venture-Capital-Fonds der Jahrgänge 1993–2006, keine deutschen Publikumsfonds Stand 2026-09-12 |
HintergrundLaufende Vergütung, Verteilungsreihenfolge, Dachfonds
Bei einem Fonds mit zwölf Jahren Laufzeit ist die laufende Vergütung die unauffälligste und zugleich größte Position. Ein Satz von 1,75 Prozent pro Jahr klingt neben einer Erfolgsbeteiligung von 20 Prozent bescheiden — über zwölf Jahre summiert er sich jedoch auf etwa ein Fünftel der Zeichnungssumme, und zwar unabhängig davon, ob der Fonds erfolgreich ist. Die Erfolgsbeteiligung fällt nur bei Erfolg an; die Verwaltungsvergütung fällt immer an. Wer Kosten vergleicht, muss deshalb beide Größen auf dieselbe Bezugsgröße bringen.
Dazu kommt die Verteilungsreihenfolge, im Englischen Waterfall. In der europäischen Variante — der in deutschen Vehikeln üblichen — bekommen die Anleger zuerst ihr eingezahltes Kapital vollständig zurück, dann eine Vorzugsverzinsung auf dieses Kapital — bei institutionellen Fonds überwiegend acht Prozent pro Jahr (Metrick/Yasuda 2010). Erst danach beginnt die Aufholung des Verwalters, die so bemessen ist, dass er am Ende genau seinen vereinbarten Anteil am Gesamtgewinn erreicht. Diese Reihenfolge entscheidet darüber, wie viel Erfolgsbeteiligung überhaupt entsteht: liegt das Bruttoergebnis knapp über der Vorzugsverzinsung, bleibt sie klein — liegt es deutlich darüber, greift die Aufholung in voller Höhe. Der Rechner zeigt jede Stufe einzeln.
Die dritte Position ist die, die in Unterlagen am häufigsten fehlt: bei einem Dachfonds fallen die Kosten zweimal an, auf der Ebene des Dachfonds und auf der des Zielfonds. Diese Zweitebene ist hier ein eigenes Eingabefeld und mit null Prozent vorbelegt, weil es für deutsche Publikums-Dachfonds keine belastbare Durchschnittszahl gibt. Tragen Sie den Satz aus Ihren Unterlagen ein — steht er dort nicht, ist das selbst ein Ergebnis.
Am Ende stehen zwei Größen, die ohne Annahme über den Zahlungsverlauf auskommen: welcher Anteil des Bruttogewinns an Kosten abfließt, die Erfolgsbeteiligung eingeschlossen, und welches Vielfache netto bei Ihnen ankommt. Eine Kostenquote pro Jahr zeigt der Rechner bewusst nicht — sie hinge davon ab, wie lange das Kapital gebunden ist. Wie derselbe Zahlungsstrom über die Jahre verläuft, zeigt der Kapitalverlauf; was nach Steuern bleibt, der Rechner nach Steuern. Die Kostenarten der einzelnen Vehikeltypen stehen in der Strukturübersicht, die Einordnung im Fließtext unter Kosten von Private-Equity-Beteiligungen.