Kapitalabrufe planen: Liquiditätsbedarf über die Fondslaufzeit
Eine Zeichnungszusage ist kein Überweisungsauftrag. Das Geld wird über Jahre in Teilbeträgen abgerufen — und muss an jedem dieser Tage verfügbar sein. Dieser Rechner zeigt, wie viel das in der Spitze tatsächlich ist.
Betrieben von ROCK INVEST. Angaben zur Vermittlung stehen im Impressum. Kein unabhängiges Vergleichsportal.
Wie viel Liquidität wann bereitstehen muss
Zusage 200.000 € · Laufzeit 12 JahreBeispieleingabeDas ist eine Modellrechnung
Das Ergebnis beschreibt, was aus den eingegebenen Zahlen folgt — nicht, was eintreten wird. Es ist keine Anlageberatung, keine Steuerberatung und keine Prognose für einen bestimmten Fonds. Prüfen Sie die folgenden Grenzen, bevor Sie mit dem Ergebnis weiterarbeiten.
- Das Modell rechnet in Jahresschritten. Reale Kapitalabrufe kommen mit einer Frist von meist zehn bis zwanzig Bankarbeitstagen und sind über das Jahr ungleich verteilt — der Jahreswert ist eine Summe, kein Termin.
- Abrufrate, Krümmung und Wertentwicklung sind Modellparameter, keine Erhebung. Wenn Ihnen Ihr Anbieter ein eigenes Abrufprofil nennt, ist dessen Profil das bessere.
- Der letzte Kapitalabruf fällt im Modell in das Jahr, in dem die Ausschüttungsquote bereits eins erreicht hat. Dadurch bleibt am Laufzeitende ein kleiner Restbestand stehen, der nicht mehr ausgeschüttet wird. Er ist gesondert ausgewiesen und nicht in die Ausschüttungen eingerechnet.
- Gebühren, Steuern und Wechselkurse sind hier nicht enthalten. Für die Kostenwirkung gibt es einen eigenen Rechner.
- Eine Zeichnungszusage ist eine Verpflichtung: der Abruf kommt auch dann, wenn es gerade nicht passt. Die Zahlen zeigen den planbaren Teil, nicht das Risiko einer Nachschussforderung im ungünstigen Moment.
Ergebnis im DetailJahr für Jahr als Tabelle
| Jahr | Abruf | Ausschüttung | Offene Zusage | Bestand | Nettoliquidität |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | −80.000 € | 0 € | 120.000 € | 80.000 € | -80.000 € |
| 2 | −48.000 € | +2.489 € | 72.000 € | 135.111 € | -125.511 € |
| 3 | −28.800 € | +9.458 € | 43.200 € | 170.667 € | -144.853 € |
| 4 | −17.280 € | +21.239 € | 25.920 € | 187.188 € | -140.895 € |
| 5 | −10.368 € | +36.398 € | 15.552 € | 183.621 € | -114.865 € |
| 6 | −6.221 € | +51.414 € | 9.331 € | 160.462 € | -69.672 € |
| 7 | −3.732 € | +61.154 € | 5.599 € | 122.296 € | -12.250 € |
| 8 | −2.239 € | +60.876 € | 3.359 € | 78.335 € | 46.386 € |
| 9 | −1.344 € | +49.351 € | 2.016 € | 39.728 € | 94.394 € |
| 10 | −806 € | +30.899 € | 1.209 € | 14.402 € | 124.487 € |
| 11 | −484 € | +13.554 € | 726 € | 3.060 € | 137.557 € |
| 12 | −290 € | +3.427 € | 435 € | 290 € | 140.694 € |
Rechenweg und vollständige AnnahmenSchritt für Schritt, mit Quelle und Stand je Annahme
Das Modell rechnet in Jahresschritten und leitet jeden Wert aus dem Vorjahr ab. Die Tabelle unten zeigt die Rechnung für das erste Jahr; alle weiteren folgen derselben Vorschrift. Die Summenzeilen beziehen sich auf die gesamte Laufzeit.
Schritt für Schritt
| Schritt | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Abruf des Jahres Takahashi/Alexander, Rekursion C_t = UC_(t−1) × RC | offene Zusage × Abrufrate — im ersten Jahr 200.000 € × 40,0 % | 80.000 € |
| Verbleibende offene Zusage UC_t = UC_(t−1) − C_t | offene Zusage des Vorjahres minus Abruf des Jahres | 120.000 € |
| Ausschüttungsquote RD_t = max(Yield, (t / L)^Bow) | größer von Mindestquote und (Jahr ÷ Laufzeit) hoch Krümmung — im ersten Jahr (1 ÷ 12)^2,0 | 0,7 % |
| Ausschüttung des Jahres D_t = NAV_(t−1) × (1 + G) × RD_t | Bestand des Vorjahres, um die Wertentwicklung erhöht, mal Ausschüttungsquote | 0 € |
| Bestand am Jahresende NAV_t = NAV_(t−1) × (1 + G) + C_t − D_t | gewachsener Bestand plus Abruf minus Ausschüttung | 80.000 € |
| Summe aller Abrufe Folge der Rekursion, nicht separat angesetzt | geschlossen: Zusage × (1 − (1 − Abrufrate) hoch Laufzeit) = 200.000 € × 99,78 % | 199.565 € |
| Nie abgerufener Rest der Zusage Modelleigenschaft, keine Rechtsfolge | Was die Rekursion am Laufzeitende offen lässt. Ihr Vertrag kann dafür eine Abruffrist über das Laufzeitende hinaus vorsehen. | 435 € |
Jede Zahl und woher sie kommt
Gesetz = Rechtsgröße oder Marktpreis, mit Quelle. Ihre Angabe = Ihr Wert, der jede Voreinstellung schlägt. Annahme = Voreinstellung über die Zukunft, überschreibbar.
| Größe | Wert | Herkunft | Quelle / Stand |
|---|---|---|---|
| Zeichnungszusage | 200.000 € | Herkunft: Ihre Angabe | Ihre Eingabe Stand 2026-09-11 |
| Fondslaufzeit | 12 Jahre | Herkunft: Ihre Angabe | Ihre Eingabe — steht in den Anlagebedingungen des Fonds Stand 2026-09-11 |
| Abrufrate je Jahr Anteil der noch offenen Zusage, der im jeweiligen Jahr abgerufen wird. Nennt Ihr Anbieter ein eigenes Abrufprofil, ist dessen Profil das bessere. | 40 % | Herkunft: Annahme | Takahashi/Alexander, Journal of Portfolio Management, Winter 2002 — Voreinstellung aus dem Rechenbeispiel der Quelle Stand 2026-09-11 |
| Krümmung der Ausschüttungskurve Je höher der Wert, desto später setzen die Ausschüttungen ein. | 2 | Herkunft: Annahme | Takahashi/Alexander, Journal of Portfolio Management, Winter 2002 — Voreinstellung aus dem Rechenbeispiel der Quelle Stand 2026-09-11 |
| Jährliche Wertentwicklung des gebundenen Kapitals Prognosewert aus dem Rechenbeispiel der Modellquelle, ausdrücklich keine Renditeerwartung für Ihren Fall. Siehe offene Annahme „erwartete-bruttorendite-pe“. | 12 % | Herkunft: Annahme | Takahashi/Alexander, Journal of Portfolio Management, Winter 2002 — Voreinstellung aus dem Rechenbeispiel der Quelle Stand 2026-09-11 |
| Mindest-Ausschüttungsquote Untergrenze der jährlichen Ausschüttungsquote. Bildet laufende Erträge ab, die unabhängig vom Laufzeitfortschritt fließen. | 0 % | Herkunft: Annahme | Takahashi/Alexander, Journal of Portfolio Management, Winter 2002 — Voreinstellung aus dem Rechenbeispiel der Quelle Stand 2026-09-11 |
HintergrundZusage, Abruf und das Modell hinter der Rechnung
Wer 200.000 Euro zeichnet, überweist keine 200.000 Euro. Der Fonds ruft ab, wenn er kauft, und das zieht sich über die ersten Jahre. Darin liegt der Reiz — das Geld arbeitet anderswo weiter, bis es gebraucht wird — und zugleich das unterschätzte Risiko: Ein Kapitalabruf kommt mit kurzer Frist, meist zehn bis zwanzig Bankarbeitstage, und wer nicht zahlt, gerät in Verzug. Die Rechtsfolgen stehen in Ihrer Zeichnungsvereinbarung und reichen bis zum entschädigungslosen Verlust der bereits eingezahlten Beträge.
Die Planungsgröße ist deshalb nicht die Zusage, sondern der höchste Liquiditätsbedarf über die Laufzeit: der Punkt, an dem Sie in der Summe am meisten Geld hineingegeben und am wenigsten zurückbekommen haben. Er liegt regelmäßig unter der Zusage, weil erste Rückflüsse eintreffen, bevor der letzte Abruf fällt. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Abgerufen wird auf Anforderung des Fonds, ausgeschüttet wird erst, wenn etwas verkauft wurde. Die eine Seite ist verpflichtend, die andere nicht.
Gerechnet wird nach dem Modell von Takahashi und Alexander, das der Yale-Endowment-Praxis entstammt und seit 2001 der verbreitete Standard für Cashflow-Prognosen in dieser Anlageklasse ist. Es ruft in jedem Jahr einen festen Anteil der noch offenen Zusage ab und lässt die Ausschüttungen mit dem Laufzeitfortschritt ansteigen. Das Modell erzeugt einen glatten Verlauf — die Wirklichkeit erzeugt Sprünge. Ein einzelner großer Zukauf kann in einem Jahr mehr abrufen, als hier für dieses Jahr steht.
Alle Parameter liegen offen und sind überschreibbar. Nennt Ihr Anbieter ein eigenes Abrufprofil, ist dessen Profil das bessere — tragen Sie es ein. Wie sich derselbe Verlauf als Kurve darstellt, zeigt der Rechner zum Kapitalverlauf; was von den Rückflüssen nach Kosten übrig bleibt, der Gebührenrechner.